Die Welt der Videospiele, insbesondere der Simulatoren, hat sich in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt, und mit ihr auch Fanatec. Während der Schwerpunkt weiterhin auf Unterhaltung liegt, werfen Fortschritte bei Spiel-Engines und Grafiken, die der Realität sehr nahe kommen, eine wichtige Frage auf: Ist Sim-Racing für professionelle Fahrer eine Bereicherung, um für ein Rennen zu trainieren?
Die Antwort lautet JA! Eine große Anzahl von Fahrern aus der realen Welt setzen sich regelmäßig mit Simulatoren auseinander und erzielen sowohl im virtuellen als auch im realen Rennsport außergewöhnliche Ergebnisse. Max Verstappen ist nur ein gutes Beispiel dafür. Sein Ziel ist es, die überlegenen Fähigkeiten seiner Profi-Simulationsfahrer im Rennmanagement zu perfektionieren, die ihm helfen, auf den F1-Rennstrecken ganz oben zu stehen.
Piloten von Fluggesellschaften trainieren an Simulatoren, um ihre Fähigkeiten in einer risikoarmen Umgebung zu entwickeln. Dadurch können sie ihr Situationsbewusstsein schärfen, potenzielle emotionale Belastungen in schwierigen Situationen begrenzen und das Selbstvertrauen entwickeln, schnell kritische Entscheidungen zu treffen. Bei professionellen Rennfahrern ist das nicht anders.
Max Verstappen während einer Simulationssitzung
Um konstant schnell zu sein, muss man ein unglaublich hohes Maß an Konzentration aufrechterhalten. Die Fähigkeit, eine Situation auf der digitalen Strecke sofort zu analysieren, ist der entscheidende Unterschied zwischen einem durchschnittlichen Simulationsfahrer und einem Top-Rennfahrer. Virtuelle Fahrer, die auf höchstem Niveau gegeneinander antreten, sind beeindruckende "Maschinen" – durch Training übersetzen sie virtuelle und sensorische Inputs in prozedurales Gedächtnis. Durch das Training in einer virtuellen Umgebung haben Fahrer auch die Möglichkeit, "Was wäre wenn"-Szenarien ohne Risiko zu testen. All diese Informationen kommen zusammen, damit ein Fahrer instinktiv bewährte Verhaltensweisen auf der Rennstrecke anwenden kann.
Zu wissen, wann und wie man bremst oder beschleunigt, geht Hand in Hand mit der Kenntnis der Rennstrecke. Die Strecken in den Spielen sind jetzt "digitale Zwillinge" ihrer Pendants. Sie ermöglichen es den Fahrern, sich mit den Strecken vertraut zu machen, ohne sie jemals betreten zu haben. Die heute verfügbaren Details sind unglaublich: Steigungen, Gefälle, Bordsteinhöhen und sogar Bodenwellen werden originalgetreu wiedergegeben.
Wenn Fahrer mit viel Erfahrung in der virtuellen Welt auf die Strecke gehen, können sie sich auf andere Sinneseindrücke konzentrieren. Nehmen wir als Beispiel die Fanatec GT World Challenge: Es gibt in der Regel zwei offizielle Trainingseinheiten und eine optionale Einheit, die sich zwei oder drei Fahrer teilen (zwei bei Sprintrennen und drei bei Langstreckenrennen). Das bedeutet, dass die tatsächliche Fahrzeit relativ kurz ist. Wenn man sich auf die Strecke vorbereitet und sie im Simulator getestet hat, kann man viel Zeit sparen, da man bereits viele ihrer Geheimnisse kennt.
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Ein Fahrer, der viel Zeit in der Simulation verbringt, arbeitet bewusst und unbewusst an den kognitiven Aspekten des Rennsports und beschleunigt so seine Fähigkeit, während des Wettbewerbs auf der Strecke Entscheidungen zu treffen. Der dreimalige Formel-1-Weltmeister und Oracle-Red-Bull-Rennfahrer Max Verstappen hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass ihm der ständige Wettbewerb mit den besten Simulationsrennfahrern der Welt dabei hilft, auf der Strecke noch besser und wettbewerbsfähiger zu werden. Er ist bekannt für sein umfangreiches virtuelles Training und seine Erfahrung im digitalen Ausdauerrennsport, ein Interesse, dem er halbprofessionell nachgeht. Kontinuierliches Training zu Hause und auf der Rennstrecke war ein Schlüssel zu Verstappens Erfolg, ebenso wie für Größen wie Cem Bölükbaşı, Jann Mardenborough oder Tim Heinemann.
Die aktuelle Software und Hardware für Fahrsimulatoren sind sehr realitätsnah. Da sie die Entwicklung gezielter kognitiver Fähigkeiten fördern, integrieren viele Berufskraftfahrer mittlerweile Simulationsrennen in ihr Training. Was als Freizeitbeschäftigung begann, hat nun ernsthafte professionelle Anwendungen. Es ist kein Zufall, dass eine Reihe von Fahrern vom Simulations- zum professionellen Rennsport gewechselt sind: Wer weiß, vielleicht sind Sie der nächste!