Jeder Fahrer hat seine eigene Herangehensweise, die Strecke zu interpretieren. Wir haben bereits die Bremstechnik und den Bremsstil untersucht, sowohl im realen als auch im simulierten Rennsport. Heute werden wir die Herangehensweise an Kurvenfahrten besprechen.
Es gibt zwei Hauptkategorien:
Das Ziel beider Stile ist es, die Geschwindigkeit und die Flugbahn durch eine Kurve zu optimieren.
Bei dieser Fahrweise wird aggressiv gebremst (geeignet für Spätbremser). Der Fahrer fährt mit noch betätigter Bremse hart in die Kurve hinein und steuert direkt auf den Scheitelpunkt der Kurve zu. Bei Erreichen des Scheitelpunkts wird das Auto sehr scharf gedreht, wobei die Geschwindigkeit in der Kurvenmitte geopfert wird, um das Auto so schnell wie möglich gerade zu stellen, was ein frühes und kräftiges Gasgeben ermöglicht (wodurch das Auto an die Grenzen des Übersteuerns gebracht wird). Hier ist eine Aufschlüsselung der Kurvenphasen:
Vorteile dieser Technik:
Diese Fahrweise eignet sich gut für Autos mit einem reaktionsfreudigen Vorderwagen beim Einfahren, wie den Audi R8 GT3 Evo2. Allerdings muss man beim Ein- und Ausfahren besonders auf das leichte Heck achten. Alternativ eignet sich diese Fahrweise für Autos mit leistungsstarken Motoren, aber begrenzter Kurvengeschwindigkeit.
Um die Geschwindigkeit in der Kurvenmitte zu erhöhen, ist ein sanfterer und "abgerundeterer" Fahrstil erforderlich. Das Ziel besteht darin, die Geschwindigkeit in der Kurve hoch zu halten. Der Fahrer sollte eine gleichmäßige Fahrlinie anstreben und die Lenkung, das Bremsen oder das Gasgeben während der Einfahrt-, Mittel- und Ausfahrtphase nur geringfügig anpassen.
Die Phasen sind wie folgt:
Wie bereits erwähnt, dienen diese beiden Stile unterschiedlichen Zwecken. Der V-förmige Stil ist nützlich auf kurvigen Strecken mit engen Kurvenradien, auf die oft lange Geraden folgen. Der U-förmige Stil ist ideal für Strecken mit schnellen Kurven und hohen Kurvengeschwindigkeiten.
Die Fähigkeit des Fahrers besteht darin, sich an die verschiedenen Streckenabschnitte anzupassen. Wie wir wissen, gibt es auf den meisten Strecken sowohl Hochgeschwindigkeits- als auch Niedriggeschwindigkeitskurven, sodass es von den Fähigkeiten des Fahrers abhängt, in jeder Situation so effektiv wie möglich zu sein.